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ÖKOLOGIESTATION LAHR am Freizeithof Langenhard

 

Projekthintergrund

 

Costa Rica (CR) ist ein stabiles Land in Zentralamerika mit einer positiven Entwicklung (Informationen des Auswärtigen Amtes zu CR, Informationen der GIZ zu CR, Projekte der GIZ in CR). Als Schwellenland hat es einen guten Entwicklungsstand, aber auch noch große soziale Unterschiede. Ökotourismus ist für Costa Rica eine wesentliche Einnahmequelle, daher legt die Regierung einen besonderen Wert auf Umwelt- und Klimaschutz. Unter anderem möchte Costa Rica bis 2021 in der Energieerzeugung treibhausgasneutral sein.

 

Die Stadt Alajuela berücksichtigt das nationale Klimaziel in seiner lokalen Agenda in Übereinstimmung mit dem kantonalen Entwicklungsplan von 2012 zur Verringerung der Umwelt- und Klimabelastung und zum nachhaltigen Schutz von Klima- und Umwelt. Alajuela liegt im zentralen Hochland auf 1.000 Meter Höhe in der Subtropischen Zone. Die rund 43.000 Einwohner verteilen sich in der Kernstadt auf einer Fläche von 8,8 qkm.

 

Ob in Alajuela oder in Lahr, die Auswirkungen des Klimawandels sind messbar und für den Menschen vor Ort erlebbar. Und einige der Folgen sind ähnlich: Verschiebung der Temperatur- und Vegetationsgrenzen, Einschränkungen der biologischen Vielfalt, Bodenerosion durch Starkregenereignisse.

 

Bis in die 80er Jahre des letzten Jahrhunderts wurden in Alajuela viele Flächen gerodet, um das Holz zu nutzen und/oder um die Flächen für andere Zwecke zu nutzen. Damit ging in diesen Bereichen die große Artenvielfalt des Bergregenwald verloren. Außerdem konnte der Niederschlag dadurch schneller abfließen, was zu Erosionsschäden führte und zu geringerer Grundwasserneubildung.

 

Quelle in Alajuela

Die Trinkwasserversorgung von Alajuela erfolgt durch Nutzung der Trinkwasser-quellen in der Umgebung. Die Trinkwasserquelle sind bis heute für jedermann zugänglich und ungeschützt vor Beeinträchtigungen und Verschmutzungen. Das Wasser der Trinkwasserquellen wird gefasst, teilweise aufbereitet und dann über Trinkwasserleitungen an die Haushalte von Alajuela verteilt. Zuständig für die Trinkwasserversorgung ist die Stadtverwaltung von Alajuela und übergeordnet das Instituto Costarricense de Acueductos y Alcantarillados (AYA). Der nachhaltige Schutz der Trinkwasserversorgung der Bürger von Alajuela ist ein wichtiges Ziel der Stadtverwaltung von Alajuela. Zur Sicherung der Trinkwasserversorgung sollen die Trinkwasserquellgebiete mit Zäunen vor unberechtigten Zutritt und vor anthropogenen Beeinträchtigungen und Verschmutzungen geschützt werden.

 

Mit der Erstellung und Abstimmung eine Konzeptes zur naturnahen, vielfältigen und standortgerechten Aufforstung und Pflege der Trinkwasserquellschutzgebiete und der anschließenden Pflanzaktion wird die Basis gelegt für die langfristige Entwicklung eines stabilen und naturnahen Bergregenwaldes mit einer großen Biodiversität. Außerdem wird dadurch der Boden vor Erosion und anderen Beeinflussungen und Beeinträchtigungen geschützt und kann seine Funktionen als Speicher, Filter und Puffer wieder besser erfüllen. Das aus den geschützten und bepflanzten Trinkwasserquellschutzgebieten gewonnene Trinkwasser ist langfristig sauberer und hygienischer und gut geeignet zur Versorgung der Bevölkerung von Alajuela.

 

Umweltbildung in AlajuelaMit Bildung für nachhaltige Entwicklung soll gleichzeitig der Bevölkerung in Alajuela und Lahr die Themen Wasser, Biodiversität, Ökosystem Wald und Klimawandelfolgen in Theorie und Praxis näher gebracht werden. Dazu werden gemeinsame Bildungsmaterialien erstellt und in Alajuela und in Lahr Multiplikatoren ausgebildet.

 

Mit der Einbeziehung der Bevölkerung bei den Pflanzaktionen und der anschließenden Pflege sowie durch umweltpädagogische Aktionen von Multiplikatoren für die Bevölkerung wird das Bewusstsein für den Wasserkreislauf, den Wald und die Biodiversität und den Einfluss der Menschen darauf geschärft und zu nachhaltigen und verantwortungsbewussten Handeln angeleitet und ermuntert.

 

Mit diesem Projekt der Entwicklunsgzusammenarbeit möchten Lahr und Aljuela auch für andere Kommunen mit ähnlicher Problemstellung eine Vorbildfunktion einnehmen und auch Ihr Wissen weitergeben.